ICT Konzept

Version 2 (aktualisiert im Juni 2017)


Durch die Entwicklung des Internets stehen wir am Anfang des nächsten Leitmedienwechsels. Lehrpersonen bereiten Schülerinnen und Schüler (SuS) so gut wie möglich auf die veränderte Welt vor und unterstützen sie darin, sich in der Informationsflut und den Tausenden von Möglichkeiten zurechtzufinden. Die Schule begleitet die Jugendlichen bei der Findung und Definierung ihrer “digitalen” Identität.

Nebst Lesen, Schreiben und Rechnen gehört heute der Umgang mit ICT zur Grundkompetenz eines mündigen Menschen geworden. Wir sprechen somit von einer neuen, vierten Kulturkompetenz, welche in ihrer Wichtigkeit den anderen ebenbürtig ist: Der zielgerichtete Umgang mit ICT. 

Grundsätzlich werden die Ziele gemäss Lehrplan 21 in Form von Kompetenzen der Volksschule vorgegeben. 


Pädagogisches Konzept

Kindergarten (KIGA) bis 2. Klasse (Zyklus 1) 

Das Ziel der Integration von ICT im Unterricht auf dieser Stufe besteht darin, die SuS zu einem sinnvollen Umgang mit digitalen Medien zu erziehen. 

Ausgewählte Zielsetzungen                                      Bereich Informatik

Die Schülerinnen und Schüler...

  • können Geräte ein­ und ausschalten, Programme starten und beenden, einfache Funktionen nutzen.
  • können Dokumente selbständig ablegen und wiederfinden.
  • können mit grundlegenden Elementen der Bedienoberfläche umgehen (Fenster, Menüs, mehrere geöffnete Programme). 

Ausgewählte Zielsetzungen                                       Bereich Medien

Die Schülerinnen und Schüler...

  • können die Medien benennen, welche sie zur Unterhaltung, zur Information und zur Kommunikation nutzen.
  • können benennen, welche unmittelbaren Emotionen die eigene Mediennutzung auslöst (z.B. Freude, Wut, Trauer).
  • können einfache Beiträge in verschiedenen Mediensprachen verstehen und darüber sprechen (Text, Bild, Ton, Film…)
  • können spielerisch und kreativ mit Medien experimentieren.
  • können erzählen, was sie durch Medien erfahren haben.
  • können einfache Bild-, Text-, Tondokumente gestalten und präsentieren

3.-6. Klassen (2. Zyklus)

Das Ziel der Integration von ICT im Unterricht auf der Primarstufe besteht darin, den SuS digitale Medien als Werkzeuge näher zu bringen, die sie beim Lernen durchaus auch spielerisch unterstützen können. Ebenso sollen die SuS ab der 4. Klasse in die Grundlagen (Textverarbeitung, Präsentationstools, Bildbearbeitung, ...) der Arbeit am Computer einge-führt werden. Teil davon ist auch das systematische Erlernen des 10-Finger-Systems mittels eines Kurses. 

Ausgewählte Zielsetzungen                                    Bereich Informatik

Die Schülerinnen und Schüler...

  • können unterschiedliche Darstellungsformen für Daten verwenden (z.B. Symbole, Tabellen, Grafiken).
  • können durch Probieren Lösungswege für einfache Problem-stellungen suchen und auf Korrektheit prüfen (z.B. einen Weg suchen, eine Spielstrategie entwickeln). Sie können verschiedene Lösungswege vergleichen.
  • können Betriebssystem und Anwendungssoftware unterscheiden.
  • können erklären, wie Daten verloren gehen können und kennen die wichtigsten Massnahmen, sich davor zu schützen.
  • können lokale Geräte, lokales Netzwerk und das Internet als Speicherorte für private und öffentliche Daten unterscheiden.

Ausgewählte Zielsetzungen                                             Bereich Medien

Die Schülerinnen und Schüler...

 

  • können Folgen medialer und virtueller Handlungen erkennen und benennen (z.B. Identitätsbildung, Beziehungspflege, Cyber-mobbing).
  • können Medieninhalte weiterverwenden und unter Angabe der Quelle in Eigenproduktionen integrieren (z.B. Vortrag, Blog / Klassenblog).
  • können Medien für gemeinsames Arbeiten und für Meinungs-austausch einsetzen und dabei die Sicherheitsregeln befolgen.
  • können mit grundlegenden Elementen der Bedienungsoberfläche umgehen.
  • können grundlegende Sicherheitsregeln in der Nutzung von Netz-werken anwenden (z.B. zurückhaltende Preisgabe persönlicher Daten im Internet).
  • können die Gefahr erkennen, dass Inhalte digitaler Medien mit einfachen Mitteln veränderbar sind.

7. - 9. Klassen (3. Zyklus)

Auf der Sekundarstufe I wird ICT zum täglichen Werkzeug im Unterricht, sofern dies sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden kann. Aufträge in digitaler Form werden mehrheitlich mit Web 2.0 Tools ausgeführt, welche kollaboratives Arbeiten zulassen.

Ausgewählte Zielsetzungen                                     Bereich Informatik

Die Schülerinnen und Schüler...

 

  • können Geräte und Programme gezielt einsetzen und zur Erstellung und Bearbeitung von Text, Tabellen, Präsentationen, Diagrammen, Bild, Ton, Video und für einfache Algorithmen selbstentdeckend Lösungsverfahren entwickeln und anwenden.
  • können Dokumente so ablegen, dass auch andere sie wieder finden.
  • verstehen die grundsätzliche Funktionsweise von Suchmaschinen.
  • können das Internet als Infrastruktur von seinen Diensten unterscheiden (z.B. WWW, E­Mail, Internettelefonie, Soziale Netzwerke).
  • können die Risiken unverschlüsselter Datenübermittlung und ­speicherung abschätzen und können lokale Geräte, lokales Netzwerk und das Internet als Speicherorte für private und öffentliche Daten unterscheiden. 
Ausgewählte Zielsetzungen                                       Bereich Medien

Die Schülerinnen und Schüler...

 

  • kennen das Internet und seine unterschiedlichen Dienste (Cloud, Email, Chat, ...) sowie können die Funktion und Bedeutung der Medien für Kultur, Wirtschaft und Politik beschreiben und darlegen, wie gut einzelne Medien diese Funktion erfüllen.
  • können Auswirkungen und Risiken von Medieninhalten ein-schätzen und beurteilen (z.B Beeinflussung der Meinungsbildung) und verfügen über ethische Kriterien zur Reflexion, wenden diese an und beziehen sie für das eigene Verhalten ein.
  • können Herausforderungen im Umgang mit sozialen Netzwerken, medialen und virtuellen Welten beschreiben sowie können Chancen und Risiken der zunehmenden Durchdringung des Alltags durch Medien und Informatik beschreiben.
  • können Gesetze, Regeln und Wertesysteme verschiedener Lebenswelten erkennen, reflektieren und entsprechend handeln (Datenschutz, Werte in virtuellen Welten, etc.)
  • können Medien interaktiv nutzen und anwenden, mittels ihnen kommunizieren und dabei die Sicherheits­ und Verhaltensregeln befolgen.
  • können die Preisgabe von persönlichen Daten hinsichtlich der Risiken beurteilen und das eigene Verhalten entsprechend begründen.

Rahmenbedingungen

Infrastruktur

Damit das pädagogische Konzept umgesetzt werden kann, muss die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden.

 

Im Zyklus 1 (KIGA und Unterstufe) besteht die Möglichkeit in einzelnen Unterrichtssequenzen Tablets einzusetzen.

 

Ab Zyklus 2 (Mittelstufe) muss es einer Lehrperson möglich sein, Unterrichtssequenzen in einem “2to1-computing” durchführen zu können. Das heisst, pro 2 SuS steht ein Computer oder Tablet zur Verfügung.

 

Ab Zyklus 3 (Oberstufe) wird auf einem 1to1-computing (pro SuS 1 Computer) aufgebaut. 

Tastaturschreiben

Das blinde, perfekte Schreiben am Computer ist nicht mehr Hauptziel im LP21. Da das zügige Schreiben die Arbeit mit dem Computer sehr erleichtert und in vielen Bereichen der Berufswelt eine Voraussetzung ist, bietet die Schule Konolfingen im 6. Schuljahr einen entsprechenden Kurs an. Damit kann in der Oberstufe beim Erwerb der weiteren Kompetenzen auf diese Grundlage aufgebaut werden. Soll insbesondere im Bereich Texterstellung und -verarbeitung eine sinnvolle Nutzung medialer Hilfsmittel möglich sein (z.B. Aufsätze, Berichte etc.), ist eine entsprechende Sicherheit in der Handhabung unerlässlich.

Medienbildung ab der 7. Klasse

Die tiefe Einbindung elektronischer Arbeitsmittel in den Unterricht (z.B. neue Sprachlehrmittel Französisch und Englisch sowie Zusatzmaterial im Bereich Mathematik) setzt entsprechende Anwenderkompetenzen vor-aus. Um diese bei allen SuS sicherzustellen, wird in der 7. Klasse im Rahmen des obligatorischen Unterrichts eine wöchentliche Lektion ICT angeboten. 


Technisches Konzept

ICT-Infrastuktur für die Primarstufe

Durch die Lehrmittel in den Fächern Französisch und Englisch sind die Schulen angewiesen, dass in diesen Sprachfächern bestenfalls auf eine 1to11 oder mindestens auf eine 2to12 Ausstattung gezählt werden kann.

ICT sollte den Unterricht auch in anderen Fächern auf dieser Stufe bereichern und sporadisch und gezielt eingesetzt werden.

Zeitgemässe Klassenzimmer sind mit einem Beamer oder Flachbild-schirm (65 Zoll) inkl. Audio­System und einem Laptop oder Tablet ausgerüstet. So kann der Sprachunterricht auch im Klassenverband durchgeführt werden und die Kinder müssen nicht zwingend in jeder Lektion an einem Computer sitzen. Als sehr wertvoll wird der Einsatz von Tablets im KIGA, im integrativen Förderunterricht und teils auch im Unterricht auf der Unter­ und Mittelstufe erachtet. Für diese Lektionen wird die 1to2 Ausstattung mit der Ausrüstung der Parallelklasse ergänzt.

Generell wird mittelfristig eine 1to2 Ausstattung angestrebt. 

Software

Konolfingen ist bestrebt, möglichst mit Webtools zu arbeiten, was aber bedeutet, dass in der Cloud gearbeitet wird. Die Primarstufe Konolfingen arbeitet mit Google Suite for Education (GS4E). Die SuS erhalten vorläufig keine persönlichen Accounts. Es wird in Klassen­Accounts gearbeitet. Auf Office­Lizenzen von Microsoft wird bewusst verzichtet. 

 

ICT-Infrastuktur für die Sekundarstufe I

Die Schule rüstet alle SuS mit einem persönlichen Chromebook aus. Im Normalfall wird das Gerät nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit dem Nutzer nach erfolgter Löschung aller schulbezogener Daten überlassen. Mit der jährlichen Neubeschaffung kann dem technischen Fortschritt besser Rechnung getragen werden. Zur Schulinfrastruktur im OSZ gehören 25 Laptops für spezielle Aufträge im Bereich ICT, ein managed WLAN auch für SuS und ein 65 Zoll TV­Bildschirm inkl. Audiosystem in jedem Klassenzimmer.

 

Zur Ergänzung der Hardware stellt die Schule zur bestehenden Infrastruktur ein WLAN­Netz für SuS bereit, so dass sie auf freiwilliger Basis ihre Smartphones, Tablets oder Notebooks im Unterricht einsetzen können.

 

Ab der Sekundarstufe I hat sich die Schule Konolfingen entschieden, die Google Suite for Education (GS4E) zu verwenden. Mit diesem Angebot können SuS in einer geschützten Umgebung den realen Umgang mit allen Möglichkeiten von Web 2.0 Tools erlernen und austesten. Es braucht kein weiteres Login. Da Google auch über eine Office­Suite verfügt, wird bewusst auf die Verwendung von Microsoft­Office im Unterricht verzichtet. Zum Erlernen und Festigen von Grundkompetenzen im Bereich Textverarbeitung, Präsentation und Tabellenkalkulation reichen die Google­Apps aus, und notfalls könnten Word­, Powerpoint­ und Excel­Dokumente bearbeitet werden.

Für weiterführende Arbeiten im Bereich Textverarbeitung ist auf den Schulgeräten eine MS Office­ und die Officepalette von Apple installiert. Ebenfalls decken IMovie und Garageband das Bearbeiten von Video und Audio ab. 


Datenorganisation

Gemäss den Empfehlungen der Erziehungsdirektion betreibt die Gemeinde Konolfingen zwei getrennte Netze für Verwaltung und den Unterricht in der Schule. 

Identity- und Access-Management

Ab der 5. Klasse erhalten die SuS einen persönlichen Schul­Account inklusive Emailadresse. Das Login wird beim Eintritt in die Oberstufe durch die Schule erstellt. Nach Austritt aus der Schule Konolfingen wird der Account inkl. aller Daten gelöscht.

Private Geräte dürfen im Rahmen der Nutzungsvereinbarungen der Schule individuell eingesetzt werden. 

Auf der Primarstufe wird mit Klassenlogins gearbeitet. Die SuS erhalten frühestens ab der 5. Klasse im Rahmen des Medien & Informatik-unterrichts ein persönliches Zugangsprofil.

Alle Lehrpersonen besitzen eine Emailadresse unter der Domain schulekonolfingen.ch. Diese dient zur geschäftlichen Kommunikation. Die Adresse der GS4E­Domain dient nur zum Austausch von Unterrichtsmaterialien zwischen LP’s und SuS.  


Rechtliche Aspekte mit Richtlinien und Empfehlungen

Nutzung von Clouddiensten

Aufgrund der öffentlichen Diskussion im Bereich “Datenschutz bei Clouddiensten” kommt die Schule Konolfingen zum Schluss, Clouddienste mit der Einschränkung zu nutzen, dass keine besonders schützenswerte Personendaten (gem. Art. 3 KDSG BE) bei GS4E abgespeichert werden dürfen.

Über den allgemeinen Umgang mit digitalen Inhalten orientieren sich Lehrpersonen sowie SuS am Ampelsystem (Bereich Medien und Informatik, IWM der PHBern). 

 

Nutzung von Social Media

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) hat in Zusam-menarbeit mit Österreich und Deutschland einen Leitfaden zum Thema Social Media für Lehrpersonen und Schulleitungen erarbeitet. Viele gute Empfehlungen lassen sich hier ableiten. Grundsätzlich lässt die Schule Konolfingen den Lehrpersonen frei, auf welchen Plattformen sie sich prä-sentieren, solange sie sich im gesetzlichen Rahmen bewegen und nicht im Widerspruch zu den Gesamtinteressen der Schule Konolfingen stehen. 

 

Austausch von Arbeitsmaterialien

Die Nutzung der Cloud­Dienste hat letztlich zum Ziel, dass Lehrpersonen und SuS die Möglichkeit haben, digitales Arbeitsmaterial über die Plattform von GS4E zu speichern und auszutauschen. Damit kann zuverlässig und kostengünstig ein zeitgemässes, plattform­ und ortsunabhängiges Lernen und Lehren gewährleistet werden.

 


Internet Nutzerregelung für SuS

SuS der Schule Konolfingen ab der 5. Klasse und deren Erziehungsberechtigten unterschreiben eine Vereinbarung zur schulisch vorgesehenen Nutzung des Internets. 

 

Rechte im Internet

Die Schule Konolfingen ist bestrebt, dass im Umgang mit digitalen Medien und deren Daten keine Rechte wie das Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Bildrechte usw. verletzt werden. Viele Informationen und Leitfäden finden sich unter jugendundmedien.ch.  

Austausch von Schülerdaten

GS4E dient lediglich als Plattform für Arbeits­ und Unterrichtsmaterialien. Administrative Daten und insbesondere sensible Daten wie Beurteilungen und Berichte werden ausschliesslich auf separaten Plattformen (ICampus, Lehrer­Office und Tresorit) gespeichert, welche die kantonalen Datenschutzrichtlinien erfüllen.


Cybermobbing

In Fällen von Cyber-Mobbing empfiehlt es sich, mit der Berner Gesundheit (BEGES) oder einer anderen Fachstelle Kontakt aufzunehmen. Auf der Internetseite cybersmart.ch finden sich gute und wichtige Informationen dazu.

Die Schule schaut in jedem Fall hin und thematisiert das Geschehene mit involvierten Parteien. 

 

Bewirtschaftung von Webseiten

Die Bewirtschaftung und das Hosting der Homepage der Schule Konolfingen erfolgt grund-sätzlich nach den kantonalen Empfehlungen (Ampelsystem). Die Verantwortung liegt in jedem Fall beim Webmaster. Um auch das Hochladen von Bildern, beispielsweise aus Klassenlagern, zu er-möglichen, ohne das Einverständnis der Eltern einholen zu müssen, werden diese Bilder in einem passwortgeschützten Bereich publiziert. Das Passwort ist Personen zugänglich, welche mit SuS der Schule Konolfingen in Verbindung stehen. Zu jedem Zeitpunkt kann verlangt werden, ein bestimmtes Bild zu entfernen. 


Evaluation

Da der Bereich ICT sehr schnelllebig ist, muss dieses Konzept stetig überprüft und angepasst werden. Hierzu trifft sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus Schulleitung, ICT-V, Lehrpersonen, Schulkommission und einer Gemeindevertretung mindestens einmal pro Jahr zu einer Standortbestimmung und Evaluation. Die Schule und die ICT-V’s organisieren öffentliche Veranstaltungen zu einem aktuellen Thema aus dem Bereich Informatik & Medien gemäss Schuljahresplanung.